Radverkehr im Aufwind

Das Coronavirus breitet sich weiter aus und mittlerweile ist fast die Hälfte der Weltbevölkerung von mehr oder weniger starken Einschränkungen betroffen.

Den Aufruf, das Fahrrad statt des öffentlichen Verkehrs zu nutzen, scheinen die Einwohner vieler Städte zu beherzigen: Laut des auf www.citylab.com erschienenen Artikels „In a Global Health Emergency, the Bicycle Shines“ soll in New York der Anteil der Fahrradfahrer um 52% gestiegen sein, in Chicago sollen sich die Nutzer von Fahrradverleihsystemen verdoppelt haben. In München ist die Nutzung des ÖPNVs um 70-80% zurückgegangen, wie die MVG berichtet.

Viele Städte fördern das Radfahren mit spontanen Maßnahmen: In Berlin sind laut ADFC die städtischen Leihräder jetzt mehrfach am Tag 30 Minuten gratis nutzbar und es entstanden mit Hilfe von farblichen Markierungen und Balken temporäre Radwege, um die Sicherheit der Fahrradfahrer zu erhöhen. Auch in London dürfen Personen, die im Gesundheitssystem tätig sind, das örtliche Fahrradverleihsystem kostenlos nutzen (https://www.citylab.com/perspective/2020/03/coronavirus-bike-lane-emergency-transportation-covid-19/608725/).

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork geht davon aus, das diese Initiativen die Menschen auch langfristig zum Umstieg auf das Fahrrad motivieren könnten – bis zu einem Drittel derjenigen, die während der Corona-Krise notgedrungen auf das Rad umsteigen, könnten auch danach dem Fahrrad treu bleiben. Außerdem könnte die Corona-Krise dafür sorgen, dass der notwendige Ausbau der Radwegenetze endlich mit dem nötigen Druck vorangetrieben wird.

Das wäre ein Lichtblick im Dunkel der Krise.