Alle Jahre wieder – und damit sei noch nicht Weihnachten gemeint, sondern erst einmal der Umstieg auf den Winter. Wir alle kennen es: die Kleiderwahl muss neu gedacht werden, der Garten erfährt eine Rundum-Typveränderung ins Winterfeste und die Uhren werden um eine Stunde zurückgestellt. Jedes Jahr passen wir uns vollumfänglich an den Jahreszeitenwechsel an. So auch in puncto Fortbewegung. Mit dem Ende der sommerlich warmen Temperaturen verstauen viele Menschen ihr geliebtes Zweirad über den Zeitraum der Wintermonate im Keller oder in der Garage. Einerseits verständlich, denn das Unfallrisiko auf nassen und glatten Straßen steigt, im Dunkeln wird man schlechter von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen und an manchen Tagen fühlt es sich aufgrund klirrender Kälte schlichtweg nicht gut an. Trotz dieser berechtigten Argumente gibt es dennoch einiges, das gegen eine Fahrrad-Winterpause spricht. Vielmehr ist ein Umstieg auf das ganzjährige Radeln zu empfehlen – besonders, wenn es ums Firmenrad geht.
Radfahren: Bitte mehr davon!
Laut einem Artikel des ADFC basierend auf Ergebnissen des Fahrrad-Monitors 2021 nutzen 61 Prozent der Fahrradpendler das Rad im Sommer und im Winter, 35 Prozent auch bei Niederschlag. Der Wunsch, öfter mit dem Rad zu fahren ist in der Gesellschaft mehr und mehr vorhanden. Dies bestätigen die Aussagen des Fahrrad-Monitors 2021, wo es heißt: „Das Rad hat im Verkehrsmittelvergleich das höchste Wachstumspotenzial. In Zukunft wollen 41 Prozent der Menschen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren häufiger mit dem Rad fahren. Der Ausbau der Fahrradinfrastruktur spielt dabei vor allem in Großstädten eine wichtige Rolle, um eine zukunftsfähige und nachhaltige Mobilität zu ermöglichen – und zwar unabhängig von der Jahreszeit.
Mehr Bewegung, weniger Ausgaben und besseres Klima
Abgesehen also von den Herausforderungen des Winter-Pendelns per Fahrrad, birgt das Biken während der kälteren Monate einige Vorteile. An erster Stelle steht die Tatsache, dass das Fahrrad auch im Winter eines der verlässlichsten Verkehrsmittel ist. Unabhängig von Fahrplanzeiten und frei von Staus ist ein zügiges Vorankommen im Stadtverkehr mit dem Fahrrad in den meisten Fällen garantiert. Ein Umstieg auf das Ganzjahres-Biken bedeutet außerdem: mehr Bewegung, weniger Ausgaben und besseres Klima. Besonders im Winter, wenn wir oftmals zu geringerer Aktivität neigen, ist eine routinemäßige Bewegung wie das Radfahren der reinste Fitmacher und stärkt das Immunsystem. Je häufiger wir zum Rad greifen, desto weniger CO2-Emmissionen werden freigesetzt und desto mehr Kleingeld haben wir in unseren Taschen.
Zugleich ist Radfahren im Winter ein heißer Kandidat für gute Vorsätze, die ja bekanntlich oft zum Ende eines Jahres mit dem Ziel, ein neues Kapitel zu beginnen, gemacht werden. Durch das Pendeln erhalten diese guten Vorsätze on top eine gehörige Portion Routine, bei der sich das Ergebnis durchaus sehen lassen kann. Ist der Entschluss einmal gefasst, die Vorsätze in die Tat umzusetzen, hängen Erfolg und Durchhaltevermögen vor allem mit einer guten Vorbereitung zusammen.
Wer also ganzjährig erfolgreich aufs Firmenrad möchte, sollte ein paar Dinge beherzigen:
- Wintertaugliche Fahrradkleidung
Hier siegt nach wie vor das Zwiebelprinzip. Baselayer, Midlayer und Outer Shell. Kurzum: Die erste Schicht absorbiert Schweiß und sollte möglichst eng an der Haut getragen werden. Der Midlayer sorgt für die Isolation und den Kälteschutz. Die letzte und dritte Lage im Sinne der Outer Shell sollte üblicherweise eine wind- und wasserdichte Fahrradjacke und -hose für den klassischen Wetterschutz gegen Wind, Nässe und Kälte sein – so auch Handschuhe und Kopfbedeckung. Bezüglich Baselayer sollte nicht auf eine warme und lange Funktionsstrumpfhose verzichtet werden, da die Oberschenkelmuskulatur ausreichend Wärmezufuhr benötigt.
Farben, Farben, Farben: Am besten sollten auffällige Farben getragen werden: Neon, reflektierend, hell. Die Sichtbarkeit im Straßenverkehr ist dadurch deutlich erhöht. Und auch wenn es nach wie vor keine Helmpflicht in Deutschland gibt – im Zweifel rettet dieser Leben.
- Passende Bereifung und technisch einwandfreier Zustand des Fahrrads
Weniger ist mehr: Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, Luft aus den Reifen abzulassen, denn bei Glätte sorgt geringerer Luftdruck im Reifen für mehr Haftung. Dadurch erhöht sich die Auflagefläche und das Fahrrad ist einfacher zu kontrollieren. Bei Eis und Schnee können Spikes sehr gut dagegenhalten. Grundlegend sollte das Fahrrad vor Fahrtantritt vollständig von einem Fachmann/einer Fachfrau auf Herz und Nieren geprüft werden.
- Richtig Bremsen und gut beleuchtet
Vor der Kurve fertig sein! In nassen oder gar vereisten Kurven sollte weder gebremst, noch beschleunigt werden. Die Geschwindigkeit muss vor Erreichen der Kurve so reduziert werden, dass das Bremsen gar nicht oder nur kaum notwendig ist. Mäßig beschleunigt wird erst wieder ab dem Kurvenausgang. Um sicher zum Stehen zu kommen, sollten immer beide Bremsen benutzt werden. Um selbst ausreichend Sicht zu haben und von anderen Verkehrsteilnehmenden rechtzeitig gesehen zu werden, sind Front- und Rückleuchte Pflicht. Zu beachten ist vor allem die richtige Höheneinstellung der Scheinwerfer, um andere nicht zu blenden und selbst alles erkennen zu können.
- Erhöhte Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme im Straßenverkehr
Bei herausfordernden Wetterbedingungen wie Schnee und Glätte sollte grundlegend die Geschwindigkeit reduziert und entsprechend Abstand gehalten werden. Vorausschauend und rücksichtsvoll fahren bedeutet zudem, längere Bremswege sowie Fehler anderer Verkehrsteilnehmer einzukalkulieren und verstärkt auf Fußgänger:innen, Kinder und ältere Menschen zu achten.
Last, but not least: die Freude am Firmenrad kommt auch im Winter garantiert nicht zu kurz.
