ADFC Fahrradklima-Test 2020: Bremen ist fahrradfreundlichste Großstadt

Wo macht Radfahren Spaß und wo ist es Stress? Um das herauszufinden, führte der ADFC mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums bereits zum neunten Mal eine Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte durch. Am Fahrradklima-Test 2020 beteiligten sich rund 230.000 Menschen aus über 1.000 Orten – mehr als je zuvor. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gilt aber als Stimmungsbarometer und gibt eine lebensnahe Rückmeldung zum Erfolg der Radverkehrspolitik der jeweiligen Städte.

Die Ergebnisse zeigen, dass Radfahrer noch immer eher unzufrieden mit der Fahrradfreundlichkeit ihrer Wohnorte sind (Durchschnittsnote: 3,9). Am stärksten bemängelten Radfahrer den zu laschen Umgang mit Falschparkern auf Radwegen, eine schlechte Baustellenführung und zu schmale Radwege. Der Trend ist allerdings positiv: Insbesondere in den Großstädten hat sich die Situation für Radfahrer im Vergleich zu 2018 verbessert; die Bedeutung des Fahrrads ist in Zeiten von Corona deutlich gestiegen.

Die folgende Tabelle zeigt die fahrradfreundlichsten Städte in den jeweiligen Klassen:

 1.   Platz2.   Platz3.   Platz
< 500.000 EinwohnerBremen
(Note: 3,6)
Hannover
(Note: 3,7)
Frankfurt
(Note: 3,7)
< 200.000 EinwohnerKarlsruhe
(Note: 3,1)
Münster
(Note: 3,2)
Freiburg
(Note: 3,4)
< 100.000 EinwohnerGöttingen
(Note: 3,3)
Erlangen
(Note: 3,3)
Heidelberg
(Note: 3,5)
< 50.000 EinwohnerNordhorn
(Note: 2,6)
Bocholt
(Note: 2,8)
Konstanz
(Note: 3,2)
< 20.000 EinwohnerBaunatal
(Note: 2,4)
Meckenheim
(Note: 2,7)
Westerstede
(Note: 3,0)
> 20.000 EinwohnerWettringen
(Note: 2,0)
Reken
(Note: 2,1)
Rutesheim
(Note: 2,2)

 

Als Aufsteiger ausgezeichnet wurden Frankfurt am Main, Wiesbaden, Würzburg, Böblingen, Landau in der Pfalz und Gaildorf, die im Vergleich zum letzten Fahrradklima-Test 2018 positiv auffielen. Berlin erhielt einen Sonderpreis als Großstadt, die sich während der Corona-Pandemie am meisten für den Radverkehr eingesetzt hat. 80% der Befragten sahen hier deutliche Signale für mehr Fahrradfreundlichkeit.

Noch hängt die Infrastruktur dem zunehmenden Radverkehr hinterher, aber mit den rund 1,5 Milliarden Euro, die bis 2023 im Rahmen des Sonderprogramms „Stadt und Land“ und des Förderprogramms „Radnetz Deutschland“ zur Verfügung stehen, könnte sich das ändern!

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