Großbritannien investiert 2 Mrd. £ in Radverkehr

Die Auswirkungen der Coronakrise zwingen die britische Regierung zum Handeln. Um den öffentlichen Verkehr zu entlasten und mehr Menschen zum Fahrradfahren zu motivieren, wurde ein staatliches Förderpaket von 2 Milliarden £ verabschiedet – die größte, staatliche Investition, die in Großbritannien jemals für den Fußgänger- und Radverkehr bereitgestellt wurde.

In einem ersten Schritt soll bereits in den nächsten Wochen mit einem 250 Millionen £ schweren Notfallfonds für aktive Mobilität die Fahrradinfrastruktur verbessert werden. Dazu sind weitere Pop-up Radwege, breitere Bürgersteige, für den Radverkehr optimierte, sicherere Kreuzungen und zusätzliche Fahrradstraßen vorgesehen. Um diese Maßnahmen schnell und effizient umzusetzen, arbeitet die britische Regierung eng mit den lokalen Behörden zusammen: In Manchester sollen 150 Meilen Fahrradwege gebaut werden, in London ist eine „Bike Tube“ geplant – ein Radwegenetz oberhalb der U-Bahn Linien.

Mit einem Teil dieses Notfallfonds sollen ab Ende Juni rund 500.000 Fahrrad-Reparaturgutscheine im Wert von je 50 £ ausgegeben werden. Ziel dieser Aktion ist es, die Fahrradrevolution schneller voranzubringen, indem mehr Menschen ihre im Keller stehenden Fahrräder wieder reaktivieren und so den durch Social Distancing limitierten öffentlichen Nahverkehr entlasten.

Die britische Regierung erhofft sich mithilfe dieser Förderungen außerdem eine Steigerung der allgemeinen Fitness in der Bevölkerung und eine Reduzierung der Luftverschmutzung.

Das aktuelle Förderprogramm Großbritanniens klingt nach einem sinnvollen Maßnahmenpaket, an dem sich Deutschland orientieren kann.

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